Einstellungen für die richtige Belichtung bei Spiegelreflexkameras

Eines der grundlegendsten Einstellungen bei einer Kamera, die jeder beherrschen und kennen sollte, ist die Einstellung der richtigen Belichtung. Doch mit einer einzigen Einstellung ist es nicht getan. Es müssen die Blendengröße (bzw. der Blendenwert), die Verschlusszeit und die ISO-Werte reguliert werden. Eine falsche Einstellung kann bei einem Bild zu Unter- oder Überbelichtung führen, wodurch das Bild undeutlich wird.

Die richtige Blendengröße

Eine große Blende lässt viel Licht in den gewählten Bildausschnitt und eignet sich unter anderem für Fotos, in denen ein bestimmter Gegenstand im Mittelpunkt stehen soll. Die Größe der Blende gibt der Blendenwert an. Der Blendenwert ist bei einer großen Blende gering. Eine kleine Blende hingegen sorgt für weniger Lichteinstrahlung auf das Objekt und eignet sich besonders für Landschaftsfotografien. Hierbei ist der Blendenwert hoch.

Die Belichtungszeit

lange Belichtungszeit Wasserfall

Durch eine lange Belichtungszeit ist die Bewegung in einem Bild erkennbar (c) Gaby Stein / pixelio.de

Wie der Name schon vermuten lässt, ist dies die Zeit, in der Licht von der Spiegelreflexkamera eingefangen wird. Diese wird in Sekunden angegeben. Die Belichtungszeit wird durch den Verschluss der Kamera geregelt. Diese ist vergleichbar mit dem Lid des Auges, das sich langsam oder schnell öffnen und schließen lässt. Oftmals sehen Bilder, auf denen Bewegung zu sehen ist oder eingefroren ist, sehr beeindruckend aus. Um Wassertropfen oder Wasserfälle auf Bildern zum Beispiel einzufrieren, ist eine kurze Verschlusszeit notwendig (1/1000s). Möchte man hingegen die Bewegung im Bild zeigen, ist eine lange Belichtungszeit einzustellen (1/60s). Jedoch gibt es dort auch wieder Unterschiede im Hinblick auf die Entfernung des bewegten Objektes und die Schnelligkeit (Beipiele für Belichtungszeiten bei beweglichen Objekten gibt es hier). Bei sehr schnellen Bewegungen kann eine Belichtungszeit von 1/2000s verwendet werden, um diese einzufrieren. Bei weniger schnellen Aufnahmeobjekten reicht auch eine Zeit von 1/250s oder 1/500s. Mit der Zeit wird es einem immer leichter fallen, die richtige Belichtungszeit zu finden. Bei Nachtbildern sollte mit einer langen Belichtungszeit gearbeitet werden. Ein Stativ darf hier auf keinen Fall fehlen, sonst werden die Bilder unscharf und verwackelt. Generell sollten lange Belichtungszeiten mit Stativen ausgeführt werden, da sonst die Gefahr groß ist, dass das Bild verschwommen wird.

ISO-Werte für die Belichtung

Eine weitere Einstellungsmöglichkeit, die zur Belichtung beiträgt, sind die Einstellungen der ISO-Werte. ISO-Werte stehen für die Lichtempfindlichkeit. Demnach stehen hohe ISO-Werte für eine hohe Lichtempfindlichkeit. Daher werden hohe Werte bei bewölkten Tagen, in der Nacht oder in lichtarmen Innenräumen verwendet. Wenn die Sonne scheint und genug Licht vorhanden ist, dann reichen geringe ISO-Werte. Jedoch muss beachtet werden, dass durch zu hohe ISO-Werte das Bild unscharf und der Kontrast schwächer wird. Das wird auch als Bildrauschen bezeichnet (genaue Definition).

Exkurs: Schärfe

Einflussfaktor Belichtung: Tiefenschärfe Natur

Die Tiefenschärfe kann durch die Belichtung beeinflusst werden (c) Rainbow-Picture-Productions / pixelio.de

Durch die Belichtungszeit kann, wie bereits erwähnt, die Schärfe des Bildes stark beeinflusst werden. Auch die ISO-Werte tragen zu der Schärfe eines Bildes bei. Die Schärfe kann den Blick des Betrachters auf einen bestimmten Gegenstand im Bild lenken. Der Hintergrund kann leicht unscharf sein oder sehr unscharf, sodass sich nur schwer erahnen lässt, was im Hintergrund sein mag. Ist die Blende weit geöffnet (kleiner Blendenwert), ist eine geringe Tiefenschärfe gegeben. Eine geringe Tiefenschärfe bedeutet, dass der Hintergrund unscharf ist. Dies wird häufig für Portraits genommen, damit die Person im Vordergrund steht (Tipps zur Portraitfotografie). Andersherum, ist die Blende weniger geöffnet (größerer Blendewert), ist eine hohe Tiefenschärfe gegeben. Hohe Tiefenschärfe bedeutet, dass der ganze Bildausschnitt scharf zu sehen ist. Dies wird für Aufnahmen benutzt, in denen mehrere Menschen zu sehen sind oder für Landschaftsaufnahmen.
Wenn man an das zu fotografierende Objekt nah herantritt, dann ist die Tiefenschärfe geringer. Ein größerer Abstand bedeutet eine höhere Tiefenschärfe. Die Schärfe wird auch durch die Brennweite beeinflusst. Wenig Tiefenschärfe ist bei einer großen Brennweite gegeben. Demnach sollte man z. B. bei einem Portraitfoto eine große Brennweite und eine weit geöffnete Blende einstellen.

Fazit

Eine Spiegelreflexkamera bietet viele verschiedene Einstellungen und es gibt dabei einiges zu berücksichtigen, um das Bild richtig zu belichten. Demnach kann die Blende, die ISO-Werte und die Belichtungszeit dazu beitragen, dass das Bild nicht über-oder unterbelichtet ist. Mit etwas Übung jedoch sind die Zusammenhänge leicht zu verstehen und einem perfekt belichteten Foto steht nichts mehr im Wege.

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