Makrofotografie: Ganz nah am Motiv

Wer mal ungewöhnliche Aufnahmen schießen möchte, der kann sich an die Makrofotografie wagen. Bei der Makrofotografie werden Pflanzen, Gegenstände und Tiere von Nahem fotografiert. Dafür werden spezielle Objektive verwendet, mit denen man scharfe Bilder trotz des starken Heranzoomens schießen kann. Dabei sind Insekten und kleine Tiere, die man sich normalerweise aufgrund ihrer Größe nicht genauer anschaut bzw. anschauen kann, besonders beliebt. Durch die Makrofotografie können Oberflächenstrukturen von den kleinsten Tieren sichtbar werden, die durch das bloße Auge nicht zu erkennen sind. Die detaillierte Ansicht wirkt dabei besonders und einzigartig. Farben der Tiere werden deutlich sowie deren verschiedenen Formen von Flügeln oder Mustern. Insekten oder Pflanzen werden aus ungewöhnlichen Perspektiven nah fotografiert, wodurch beeindruckende Bilder entstehen. Die Motive in der Makroperspektive zu fotografieren, hat für die Fotografen nicht nur die Funktion beeindruckende Fotos zu schießen, sondern wird von manchen Fotografen auch aus naturwissenschaftlichem Interesse ausgeführt.

Besonderheiten bei der Makrofotografie

Makrofotografie Insekt Flügel

Makrofotografie sind detaillierte Aufnahmen (c) Bernd Kasper/ pixelio.de

Um ein gutes Foto in der Makroperspektive schießen zu können, gelten einige Besonderheiten, die man berücksichtigen sollte. Da man sehr nah an das zu fotografierende Objekt herantritt, kann die Kamera Schatten werfen, die das Bild ruinieren können und dazu folgen, dass das Motiv nicht richtig erkennbar ist. Aus diesem Grund ist bei der Makrofotografie darauf zu achten, wie das Licht gerade fällt. Außerdem kann es vorkommen, dass, durch die schlechten Lichtverhältnisse, die ISO Werte oder die Verschlusszeit verändert werden müssen. Man muss sich also vorher genau mit der richtigen Belichtung beim Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera auseinandersetzen. Bei kleinen Tieren ist zu beachten, dass diese bei zu schnellen Bewegungen denken, dass sie von einem Feind angegriffen werden und sich verstecken oder wegfliegen. Geeignete Motive für die Makrofotografie gibt es eigentlich überall. Blumen und eigentlich auch jeder andere Gegenstand sehen von Nahem ganz anders und interessant aus. Die Schärfeneinstellung ist bei der Makrofotografie jedoch schwieriger, da der Hintergrund schnell unscharf werden kann.

Zubehör für die Makrofotografie

Für Spiegelreflexkameras wie für eine Pentax K-S1, Canon EOS 70D oder weitere DSLRs gibt es viele Makroobjektive zur Auswahl. Demnach gibt es Objektive mit einem Maßstab von 1:1 bis 1:5, die für Nahaufnahmen der Makrofotografie geeignet sind. Die Brennweiten betragen dort zwischen 50 und 180 mm. Eine kleine Brennweite von 50 mm hat den Vorteil, dass es unwahrscheinlicher ist, das Bild zu verwackeln. Jedoch ist dort die Gefahr eines Schattens hoch, da man sehr nah an das Objekt herangehen muss. Je höher die Brennweite, desto größer ist die Gefahr, dass das Bild verwackelt werden kann. Spezielle Objektive für die Makrofotografie sind vergleichsweise teuer und gerade Anfänger wollen nicht direkt eine solche Investition eingehen. Jedoch gibt es Objektive mit einer Brennweite von 50 mm, die zusätzlich auch für Portraitfotografie genutzt werden können, sodass sich der Kauf doppelt lohnt.

Makrofotografie Nahaufnahme Fotograf

Ganz nah an der Pflanze (c) olga meier-sander/ pixelio.de

Makro-Zwischenringe

Es gibt auch sogenannte Makro-Zwischenringe, die zwischen dem Objektiv und der Kamera angebracht werden können. Dadurch wird die Distanz zwischen Kamera und Motiv für die Makrofotografie verringert. Zusätzlich kann man damit das Motiv vergrößern. Die Länge dieser Ringe betragen 10, 20 oder 30mm. Diese Ringe schlucken jedoch einen großen Anteil des Lichts. Dementsprechend sollte hier die Verschlusszeit verlängert werden (weitere Vor- und Nachteile von Zwischenringen auf dieser Seite).

Verwacklungen vermeiden durch ein Stativ

Ein Stativ darf bei der Makrofotografie nicht vergessen werden, da bei Nahaufnahmen jede noch so kleinste Verwacklung das ganze Bild unscharf machen kann. Das Stativ sorgt dafür, dass die Kamera bei der Makrofotografie einen festen Ausgangspunkt hat und somit das Bild wirklich scharf wird. Es dient dem Fotografen also vor allem, um die perfekte Einstellung zu finden und festzulegen. Auch empfehlenswert ist ein Fernauslöser, sodass keine Verwacklung des Bildes beim Auslösen eintreten kann.

Exkurs: Makrofotografie fördert Bionik

Durch die Makrofotografie werden bestimmte Eigenschaften von Insekten oder Pflanzen erst deutlich, was für die Bionik sehr hilfreich sein kann. Diese schaut nach Phänomenen in der Tier- und Pflanzenwelt und nutzt die neu gewonnenen Erkenntnisse als Vorbild für die Technik oder für spezielle Stoffe. Als Beispiel kann die Oberfläche der Lotus-Pflanze genannt werden, welche Wassertropfen abweist und Schmutz damit abtransportiert. Das Resultat: wasserabweisende Regenjacken und andere Oberflächen (weitere hilfreiche Erfindungen).

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