Donnerstag, Juli 08th, 2010 | Author: Redakteur

Im Kunsthaus in Wien wurde am 1. Juli diesen Jahres eine Ausstellung zu Ehren von Tina Modotti eröffnet. Sie lebte von 1896 bis 1942 und war eine der faszinierendsten Künstlerinnen des vergangenen Jahrhunderts. Tina Modotti war eine wirkliche Schönheit, die heiß umworben wurde, aber sie war auch eine Kommunistin, Schauspielerin und vor allen Dingen eine Fotografin. In nur wenigen Jahren hatte sie ihr Werk in der Fotografie vollbracht, es waren wirklich nur sieben Jahre. Zusammen mit der Galerie Bilderwelt in Berlin gestaltete das Kunsthaus in Wien eine Retroperspektive, die vom 1. Juli bis zum 7. November 2010 einem breiten Publikum präsentiert wird.

Anlässlich der Eröffnung gab es eine Pressekonferenz, bei der sich der Kurator Andreas Hirsch natürlich über die Künstlerin und ihre Werke äußerte, so sagte er, dass sie ein Paradoxum war. Zum Einen ist sie in Künstlerkreisen als eine großartige Fotografin bekannt und zum Anderen ist sie der Allgemeinheit zum großen Teil eher doch unbekannt. Das Licht der Welt erblickte sie in Udine, wanderte aber in jungen Jahren, man schrieb das Jahr 1913, in die USA aus. Vom Fotografen Edward Weston wurde sie das Lieblingsmodell. Für ihre ersten eigenen Arbeiten übernahm sie einige Ansätze der „straight photography“. Ihre ersten Fotografien sind Gegenstände und Architektur, wie es bei ihrem bekannten Bild aus dem Jahr 1924 „Treppenhaus“ zu sehen ist.

Der Kurator und Besitzer der Galerie Bilderwelt, Reinhard Schultz bemerkte bei einem Rundgang mit der Presse durch die Ausstellung, dass er besonders beeindruckt von Tina Modotti war, dass sie innerhalb kürzester Zeit zahlreiche stilistische Stufen der Entwicklung durchwanderte.

1923 wanderte die Künstlerin als die Geliebte von Weston nach Mexiko aus und dort entstanden die meisten ihrer Fotografien. Schon bald war sie in der postrevolutionären Künstlerszene bekannt. Nach Themenbereichen und Werkgruppen ist die Ausstellung im Wiener Kunsthaus gegliedert. Zugleich wird mit der Ausstellung der chronologische Lebensgang von Tina Modotti dargestellt. Man kann dabei ganz klar ihre Entwicklungen sehen, wie sie beispielsweise von der Stummfilmschauspielerin und Westons Schülerin bis zur bekannten Fotografin von Portraits und Pflanzenstudien und zur Dokumentaristin der mexikanisch politischen Revolution wurde. Besonders sehenswert ist auch die Fotografie „Rosen“ aus dem Jahr 1925.

In einem Ort, der sich im Südosten von Mexiko befindet, in Tehuantepec, entstanden ihre bekanntesten Fotografien. Darauf hielt sie das tägliche Leben von einfachen Menschen fest. Besonders oft sind dabei Frauen und Kinder zu sehen, die in ärmlichen Verhältnissen leben. Ebenfalls sind die mexikanischen Landarbeiter, die „Campesinos“ auf ihren Fotografien zu sehen. Ein besonderes Highlight ist die Dokumentation der Murales, diesem wurde ein eigener Bereich gewidmet. Es werden dabei Fotografien präsentiert, die bisher noch nie öffentlich gezeigt wurden. Es handelt sich dabei um 59 Fotografien von mexikanischen Wandgemälden. Einen sehr engen Kontakt pflegte Tina Modotti mit Diego Rivera, der der  Hauptvertreter der Murales war.

Die Ausstellung ist für jeden sehr zu empfehlen, der sich für Fotografie des 20. Jahrhunderts interessiert. Es werden einzigartige Arbeiten von Tina Modotti präsentiert und zum Teil wurden einige der Fotografien noch nie öffentlich gezeigt.

Category: Fotos
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